Fahrräder aus Saint Étienne

Saint Étienne, war das nicht der Ort in Frankreich, nicht weit von Lyon, an dem Anna 2016 / 2017 ein Jahr studiert hat? Ja. Schon damals, als Steffi und ich sie dort besucht haben, sind wir über die Geschichte des Fahrradbaus in der Stadt gestolpert. Neben anderen interessanten Geschichten.

1886

Im letzten Jahr war Saint Étienne Etappenort der Tour de France und die taz hat aus diesem Anlass die Geschichte des Fahrradbaus in der Stadt erzählt. In der Ausgabe vom 13.7.2019 unter dem Titel ‚Rad der Geschichte‘. Darin wird auch die Geschichte von Richard Bénoit erzählt, der an die Tradition des Fahrradbaus in Saint Étienne anknüpfen und hier auch heute wieder moderne, schöne Räder bauen will.

Richard Bénoit

Ich habe Kontakt mit ihm aufgenommen, weil ich die Geschichte interessant und seine Räder ausgesprochen schön finde. Auf meinem Weg von El Campello nach Michendorf habe ich ihn in Saint Étienne getroffen und konnte mir ein Bild von den Rädern machen, klar: probefahren und ein wenig mit ihm plaudern und fachsimpeln. Die Marke benennt sich nach dem Jahr, in dem in Saint Étienne das erste Fahrrad gebaut wurde, 1886.

Stahlrahmen, ausgesuchte Komponenten aus ganz Europa und Riemen- statt Kettenantrieb. Optik, Technik und Mischung stimmen.

Seine Räder sind Urban Bikes. Also wendige Stadtflitzer mit einfachen, leichten Komponenten und einer aufrechten, komfortablen Sitzposition. Für mich im Moment etwas ungewphnt, weil ich eher eine sportliche Sitzposition gewöhnt bin. Aber vielleicht werde auch ich ja einmal ruhiger ;-). Im Moment gibt es zwei Varianten, jeweils in drei Größen (S – M – L). Eine mechanische und eine elektrisch verstärkte.

Detailverliebt. Die Plakette mit dem ausgestanzten Markennamen ist aus gebürstetem Stahl, mechanisch gebogen und mit einem Spezialkleber am Oberrohr befestigt. Die Lampe vorn wird in den Rahmen geschraubt. Schraubt man sie heraus, zeigt sich ein Micro-USB Anschluss zum Laden. 13 Stunden Blinklicht, 7 Stunden Dauerlicht sind mit einer Akkuladung möglich.

Nicht nur der Sattel ist bei den 1886 Bikes (1886-cycles.fr) aus Leder. Auch die aus Italien stammenden Lenkergriffe sind aus diesem edlen Material und schmeicheln den Händen während der Fahrt.

Schmeichelt den Händen während der Fahrt: der Ledergriff.

Der Motor der Elektro-Variante ist in der Hinterradnabe untergebracht und spricht per Bluetooth mit einer App, in der sich Einstellungen wie Grad der Unterstützung einstellen lassen. Auch Strecken lassen sich damit planen und aufzeichnen. Die rein mechanische Variante ist mit einer 5-Gang-Nabenschaltung ausgestattet, die sehr leicht und direkt zu bedienen ist.

Um den Riemen ggf. wechseln zu können, muss der Rahmen am Ausfallende zu öffnen sein. Technisch anspruchsvolle Anforderung, hier elegant gelöst.

Ein sehr inspirierendes Treffen. Wir bleiben in Kontakt. In diesem Jahr beginnt die Serienfertigung und der europaweite Vertrieb. Vielleicht steht ja auch bei mir irgendwann ein 1886 in der Garage. Merci Richard.

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