Schulanfang

Heute begannen hier Schule und Semester. Parkplatz und Campus der Uni haben sich mit sehr jungen „Menschen, die auf Handys starren“ gefüllt, immer noch sehr wenigen auf das weitläufige Gelände bezogen, aber immerhin. Auch die Schule in unserer Straße hat den Betrieb wieder aufgenommen, und unsere Dozentin, Marina, ist sehr erleichtert, dass ihre Kinder ( vier und acht Jahre alt) nun wieder regulär versorgt werden und sie nicht mehr so viel Geld für die Babysitterin ausgeben muss.

Die Strände leeren sich seit einer Woche merklich. Schon am letzten Freitag gab es kein Cine a la Fresca mehr, und seit dieser Woche ist auch unser Biblio Playa geschlossen. Die Afrikanerin, die an der Promenade Zöpfe flocht, ist nicht mehr da, und die Häuschen der Rettungsschwimmer werden abgebaut. Gestern gab es noch mal volle Restaurants zum Sonntag Mittag, aber unter den wenigen Palmen am Strand konnte man sogar am Sonntag einen Schattenplatz finden.

Die Nächte werden kühler und der Kopf klarer. Welch ein Luxus, wenn wir ohne Klimaanlage und mit offenem Fenster schlafen können (seit drei Tagen), weil vor dem Fenster kein heißer feuchter Lappen mehr lauert. Unternehmungslust macht sich breit, und gelegentlich der Gedanke daran, mal in der unausgepackten Tasche die langärmligen Blusen zu suchen.

Unser Alltag findet ein paar feste Orte: den Garten, der langsam ein bisschen wilder wird, das Cafè mit den Crèpes, den Supermarkt am Kreisverkehr, Meikels Radrunden bis nach Xixona und die Strandpromenade bis nach Mutxavista für meine Spaziergänge. Und immer: das Meer, das Meer, das Meer. Am liebsten in seiner tiefen Nachmittagsfarbe. Seit letzter Woche nun auch die kleine Uni mit ihren merkwürdigen Bauten und dem weitläufigen Campus.

Man ist ein „local“, wenn (neben anderen Dingen) die Verkäufer in den Geschäften dein Gesicht kennen, sagt Taiye Selasi .
Gibt es hier schon Verkäufer, die unser Gesicht kennen? Eine Kellnerin in der Crèperia. Schwierig, wenn man im Supermarkt einkauft. Unsere Sprachlehrerin. Wir wollen gerne länger an einem Ort bleiben, um vielleicht diese Erfahrung zu machen. Noch sind wir es sicher nicht. Locals.

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