Alerta roja – Zwischenbilanz

Die gute Nachricht zuerst. Hier bei uns in El Campello hat das Unwetter keine nennenswerten Schäden angerichtet. Wir haben den Nachmittag am Strand und an der Promenade verbracht. Um genau zu sein: wir sind von Cafe zu Cafe gezogen. Blitz und Donner zogen am Horizont vorbei, Regen, Schauer und kräftige Böen zogen über uns hinweg und das Mittelmeer hat sich weitere Meter Strand genommen und hohe Wellen knabbern weiter daran. Aber alles recht harmlos und bei Temperaturen um 23 Grad gut auszuhalten.

Für Mittelmeer schon recht beachtlich…diese Wellen. Strand? Kaum noch vorhanden.

Aber das Meerwasser ist hier nicht das Problem. Wenn es in Küstennähe regnet, läuft das Regenwasser einfach auf dem kürzesten und einfachsten Weg runter – ins Meer. Wir haben nichts gesehen, was einer Entwässerung ähnlich sieht. Aber über da, wo eine Straße in El Campello direkt bis zum Meer runterführt, läuft es da entlang direkt bis auf den Strand. Der wird dort direkt abgetragen. Die Wasserretter haben ein Badeverbot verhängt. Sie sind aber trotzdem zu viert vor Ort. Die örtlichen Sicherheitsbehörden haben an den Strandeingängen Gitter aufgestellt, damit man nicht in das vom Regenwasser gegrabene Loch am Übergang zwischen Promenade und Strand fällt.

Wer heute an den Strand geht, begibt sich sofort in eins der wenigen offenen Cafés. Baden ist eh nicht erlaubt und die Wasserretter sind damit beschäftigt, ihre Wachtürme aus dem Wasser auf den Reststrand zu ziehen.

Die Küstenabschnitte nördlich und (!) südlich von uns hat es wesentlich schlimmer erwischt. Im spanischen Fernsehen wird von der schlimmsten ‚gota fría‘ gesprochen, die es je gegeben hat. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, bei dem sich kalte Luft über dem warmen Meer bildet, sich mit Wasser vollsaugt und sich dann heftig abregnet, oft mit Gewittern. Es laufen Bilder in Dauerschleife, auf denen Autos von über die Ufer getretenen Flüssen durch die Gegend getragen werden. Und von Menschen, die sich an einem Baum festkrallen, um nicht vom Wasser weggetragen zu werden. Zwei Menschen sind wohl südlich von Alicante ums Leben gekommen.

Die Warnstufe rot wurde von der Wetterbehörde bis morgen Mittag verlängert, das heißt, es gibt noch keine Entwarnung. Und auch unser Sprachkurs an der Uni Alicante findet morgen noch nicht statt. Wir sind gespannt und erwarten aber keine schlimmeren Schäden bei uns. Wir sind mehr als einen Kilometer von der Küste entfernt und auch der Fluss, der im Moment recht trocken ist, fließt nicht in unmittelbarer Nähe. Regenwasser in unserer Straße fließt eher auf der anderen Straßenseite entlang. Nur unser Auto werden wir noch in einer Seitenstraße parken, die quer zur Fließrichtung des Regenwassers liegt. Nur für alle Fälle…

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