Auf den Tourmalet

Am Morgen Aufbruch in Richtung Pyrenäen. Das heißt, erstmal Jürgen zurückrufen. Ich habe mein Tablet in der Wohnung liegenlassen. Er ist schon auf dem Weg zur Arbeit, dreht aber noch einmal um. Danke, gerettet. Das wäre blöd gewesen.
Steffi will sich gerne einmal einen der Pyrenäenpasse ansehen, den ich mit den Berliner Radlern vor ein paar Wochen hochgefahren bin. Gerne. Die Wahl fällt auf den Tourmalet. Die Fahrt von Toulouse ist nicht weit. Den Pass möchte ich ihr gerne zeigen. Ich würde allerdings lieber mit dem Rad rauffahren. Ok. Wir verabreden es so, und dass wir uns oben auf der Passhöhe treffen. Ich freue mich sehr darauf. Bei meinem letzten Aufstieg habe ich mir ein Souvenir-Radtrikot gekauft. Das gehört normalerweise nicht zu meinen Angewohnheiten. Das hier angebotene Exemplar war allerdings sehr gelungen. Da konnte ich nicht widerstehen.
Auf dem Weg noch in dem Hotel in Argeles-Gazost anhalten, in dem 5 Wochen zuvor Jörg seine Kamera hatte liegenassen. Verschiedene Versuche der Hotelbetreiber, sie zurückzuschicken, waren gescheitert. Sie war immer wieder zurückgekommen. Wenn sie noch im Hotel ist, könnte ich sie einsammeln, damit wenigstens die Bilder darauf für uns gerettet sind. Am Ende ist die Kamrea nicht mehr da, aber Berlin meldet am selben Tag, dass DPD sie nun doch beim richtigen Empfänger abgeliefert hat. Im dritten Anlauf. Puh.
Wir sind ein wenig müde vom vielen Fahren und Reisen und wenig ’sein‘. Wohl unter Anderem dieser Tatsache ist geschuldet, dass ich beim Start in Toulouse übersehe, dass die Untertunnelung der Kreuzung für die Wagenhöhe mit Fahrrädern auf dem Dach nicht hoch genug ist. Rumms! Zu spät. Glücklicherweise hängende Baken als Höhenkontrolle. Der Gepäckkorb an Steffis Rad wird ordentlich eingedrückt und ein Stück von ihrem Schutzblech am Hinterrad abgerissen. Nicht schön, aber für das reine Fahren unkritisch. Am Rennrad ist ein Teil vom linken Schalthebel angebrochen, auch unkritisch. Noch einmal Glück gehabt. Rechtzeitiges Einfädeln von der Tunnelspur weg und unsere Weiterreise ist gerettet.
In Luz St. Sauveur – dem Start des Anstiegs zum Tourmalet – beschließen wir, ein Zimmer zu nehmen und nach dem Anstieg auf den Pass nicht mehr weiterzufahren. Überraschend guter Entschluss! Das entspannt sehr.
Der Anstieg mit dem (reparierten) Rennrad war dann ein Fest. Auf dem werde ich auf das Trikot angesprochen. Tja, ich bin jetzt wohl Stammgast. Oben ist viel los. Wie immer. Der Col du Tourmalet ist der höchste Pyrenäenpass auf französischer Seite und bei Rennradlern sehr beliebt. Außerdem ist vor einigen Wochen die Tour de France hier vorbeigekommen. Also nicht nur die Charlottenburger Gang. Für die Abfahrt bin ich dann ins Auto gestiegen. Der Abend dann toll, entspannt, in einem shr schönen kleinen Bergdorf mit einer Festmeile, vielen kleinen Ständen und festliche Gulianie. Lecker essen in einem freundlichen Restaurant. Gut, dass wir nicht mehr weitermüssen!

Auf dem Col de Tourmalet

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