Ein Land – oder mehrere?

Bevor wir die Eindrücke unserer einzelnen USA-Stationen teilen, ein kleines Fazit vorweg. Wir haben ein Land bereist, das gerade in letzter Zeit viel in den Schlagzeilen war, insbesondere wegen seiner politischen Führung(-sfigur). Das spielte auch  bei den Kontakten, die wir hatten, eine gewisse Rolle.
Die Freundlichkeit und auch die Aufgeschlossenheit der US-AmerikanerInnen hat sich im Vergleich zu früheren Besuchen nicht verändert. Sie sind kontaktfreudig und hilfsbereit. In den kleineren Orten hielten immer alle Autos an, wenn wir zu Fuß die Straße überqueren wollten. Auch außerhalb der markierten Zonen (Zebrastreifen). Die Autos mit ihren FahrerInnen bewegten sich überauß vorsichtig und zurückhaltend und waren offensichtlich sehr aufmerksam. Dieses Verhalten konnten wir aber später in Boston nicht mehr feststellen. Größere Stadt, mehr Verkehr, mehr Stress, viele Staus auch. Das macht vielleicht ungeduldig(er). Als FußgängerIn mussten wir um die Möglichkeit kämpfen, die Straße überqueren zu können, außer an Kreuzungen mit Ampeln.
In vielen Hotels wurden wir beim Frühstück von anderen Gästen angesprochen…wo wir denn herkämen, wie es uns (in den USA) gefällt, wo wir noch hinfahren. Die Menschen haben sich für uns interessiert. So haben wir Lehrer kennegelernt, Krankenschwestern und Handlungsreisende, die uns jeweils auch über ihr Leben und ihre Reise(n) erzählten.
Gleichzeitig sieht man Aufkleber an Autos, die ihrer Unterstützung für Trump Ausdruck verliehen. Auch mit dem aggressiven Unterton, der dem Mann innewohnt. Und das ist auch das, was uns Edibeth berichtet hat. Die Freundin einer Freundin, die wir in New Hampshire besucht haben. Sie sagt, die Stimmung im Land und das Verhalten haben sich verändert, seit Trump Präsident ist. Und das nicht zum Vorteil. Die Leute seien aggressiver und rücksichtsloser. Sie sehen, dass der Präsident mit Rücksichtslosigkit, Gesetzesbrüchen und Lügen davonkommt, da gibt es keinen Grund, sich selbst an Regeln zu halten. Gerade auf der Straße würde man das merken. Leute fahren zu schnell oder bei rot über die Kreuzung. Ob der tote Bär, den wir am ersten Tag – als Trophähe auf der Ladefläche eines Pickups drapiert – gesehen haben, ein Ausdruck von zur Schau gestelltem Selbstbewusstsein und Aggressivität war?
Ich finde ja schon diese Pickups aggressiv, die in großer Zahl über das Land fahren, mit ihren immer größeren Schnauzen und Kühlern (in Boston viel weniger). Eine Frau an einer Hotelrezeption in Lancaster, New Hampshire, meinte dazu, die Leute hätten halt viel zu arbetien und zu transportieren. Deswegen müssten sie diese Autos fahren. Auch das ist also anscheinend eine Frage der Sichtweise.

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