Sonntagsrunde

Das passte ja ganz gut. Der Tag, für den ich eine etwas längere Runde geplant habe, ist gnädig und die Sonne brennt nicht gnadenlos – wie bisher an eigentlch allen Tagen. Es ist bewölkt, aber ausreichend warm und ich will 80km fahren. Nachdem ich eine Runde mit meiner App gesteckt habe, bin ich erstmal erschrocken. Es geht auf fast bis zu 1000 m rauf. OK. Das Hinterland von Alicante ist als recht bergig bekannt.

Höhenprofil der 80-km-Strecke, 1.500 hm, maximale Höhe 889 m. Ebene Strecken gibt es so gut wie keine, aber viele mit moderatem An- / Abstieg

Wieder mal geht es direkt hinter dem Haus hoch. Man wird recht bald von Schildern begrüßt, die (Autofahrer) daraufhinweisen, dass Radler unterwegs sind und dass die bitte mit Vorsicht und ausreichendem Sicherheitsabstand überholt werden. Sehr angemessen. Ob es nun an den Schildern liegt (die stehen nicht nur sonntags da)? Autofahrerinnen und Fahrer überholen sehr zurückhaltend, mit großen Abstand und sind auch an einem längeren kurvigen Abschnitt geduldig.

Ruta Ciclista: Achtung Fahrräder, die jedes Recht haben, hier die Straße zu beuntzen.

Schon in einem früheren Beitrag (https://sabbat1920.de/zweite-runde-schon-mutiger) habe ich erwähnt, dass mich die Landschaft hier an die auf Mallorca erinnert. Auf dieser Tour geht es mir noch mehr so. Hügelige Landschaft mit Bäumen und recht karg und steinig.

Es ist aber viel weniger Verkehr. Fast keine Autos. Wenige Radler, einige Motorräder. Wenn man es mag, ein wenig rauf und runter zu fahren, ist es eine ideale Rennradregion. Warum fahren eigentlich immer alle (also ich) nach Malle zum Radeln?

Wie auf Mallorca an der Küstenstraße. Karge Hügel, die immer wieder den Blick auf das Mittelmeer erlauben.

Die Menschen bauen hier Mandeln an, Oliven und Zitronen. Vielleicht sind auch Pinien dabei, die kenn ich aber nicht so gut. Dort, wo das Gelände abschüssig ist, sind die Gärten terassenförmig angelegt.

Ein Pass ist für den gemeinen Radler beschildert. Das heißt, jeder Kilometer wird mit seinem Profil bis zum Pass auf einem Schild beschrieben. Sehr hübsch.

Damit der gemeine Rennradler weiß, was (noch) auf ihn zukommt: Entfernung zur Passhöhe, zu überwindende Höhe und größte Steigung auf dem nächsten Kilometer.

Es wird verraten, wie weit es noch bis oben ist, wie hoch der Pass ist und wieviele Meter man auf den kommenden Kilometer klettert. Als kleines Schmankerl wird hier auch noch die größte zu erwartende Steigung angegeben. In einem Falle waren es 16%! Als ich die hinter mir hatte wusste ich auch gleich, was der Vorteil einer so – sagen wir mal – anspruchsvollen Herausforderung ist. Bei den folgenden 11% Steigung kann man sich von der steileren Rampe erholen. Wo man doch sonst 11% als hart empfindet.

Abfahrt nach Xixona (https://sabbat1920.de/xixona), und da ist Café con leche angesagt. Und Turron-Eis. Turron ist die unglaublich leckere Mandel-Süßigkeit, die es hier in verschiedenen Variationen gibt und die ein wenig an türkischen Honig erinnert.

Danach nur noch ein wenig runtertrudeln lassen, fertig ist die Sonntagsrunde. Wunderbar.

Die Sonntagsrunde

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