Die Mandelstraße

Meine Sonntagsrunde, die ich gerne mit dem Rennrad fahre, habe ich ja schon ein wenig beschrieben. https://sabbat1920.de/sonntagsrunde
An diesem Sonntag hat mein elektronischer Begleiter – also der Fahrradnavi – mit einer neuen Funktion aufgewartet, von der ich hier unbedingt berichten muss. Vor ein paar Tagen gabs ein Systemupdate und das muss die Funktion mitgebracht haben. Das geht so: Das Gerät analysiert eine Strecke, die ich starte, auf eventuell vorhandene Steigungen und bereitet diese auf einer speziellen Bildschirmseite auf, sobald ich mit dem Aufstieg beginne.

Ablenkung, während man eigentlich vom Anstieg und dessen Bewältigung absorbiert sein sollte

Dabei wird mir die verbleibende Dinstanz bis zum Pass (zur höchsten Stelle) und die bis dahin zu überwindende Höhe angezeigt. Außerdem die aktuelle Steigung und Höhe. Grafisch wird außerdem ein Profil des Anstiegs angeboten, hübsch mit unterschiedlichen Farben entsprechend der Größe der Steigung. Auf einer schmalen Leiste kann man außerdem erkennen, wieviel von dem gesamten Anstieg man schon hinter sich bzw. noch vor sich hat. Auf meiner Sonntagsrunde hat mein elektronisches Helferlein sechs Steigungen indentifiziert und zeigt mir jeweils brav an, an welcher der Steigung ich gerade laboriere. Das ist toll! Während ich letzte Woche über die zum Teil 16% starke Steigung lamentieren musste, habe ich an diesem Sonntag kaum bemerkt, wie ich hochgeklettert bin, weil ich mich nur mit der Technik beschäftigt habe. Das ist ein toller Trick. Ich empfehle hiermit also die aktuelle Version der Navi-Software, insbesondere für alle, die sich an einer Steigung ständig fragen, wie weit es noch ist, wann es endlich vorbei ist, und sich ständig sagen, dass sie eigentlich nicht mehr können…Mit dieser Streckenaufbereitung hat die Quälerei am Berg endlich ihr Ende.

Trotz der Beschäftigung mit der Technik ist mir an diesem Sonntag aufgefallen, dass an der Strecke überwiegend Mandeln angebaut werden bzw. wurden. Das ist in dieser Zeit einfach, weil Mandeln offenbar aktuell reifen (und geerntet werden können). Deswegen habe ich den Teil der Strecke Mandelstraße genannt. Viele der Plantagen sind allerdings verlassen. Die Bäume wissen das nicht und bringen trotzdem Nüsse zur Reife. Sicher war über Jahrhunderte der Anbau von Früchten wie Mandeln und Oliven der Hauptbroterwerb der Bevölkerung im Hinterland des Mittelmeeres. Mit dem Einsetzen des (Massen-)Tourismus haben sich dann die Aktivitäten wohl doch eher an die Küste verlagert und viele Menschen haben ihre Gärten und Plantagen verlassen. Allderdings begeben sich viele in der Nähe ansässige Menschen anscheinend sonntags auf die verlassenen Plantagen und holen sich Mandeln für den Eigenbedarf. Einige gut ausgestattet mit Decken, die sie unter die Bäume legen. Zur Ernte wird der Baum dann geschüttelt und die Nüsse fallen auf die vorbereitete Decke. Da ich mir noch nicht zutraue, eine verlassene von einer bewirtschafteten Mandelplantage zu unterscheiden, werde ich im Moment noch darauf verzichten, selbst zur Tat – zur Ernte – zu schreiten. Stattdessen könnte ich ja zur Pause in einem Café ein Stück Mandelkuchen (mit Mandeln aus der Region!) essen.

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